Buddhismus
Was ist Buddhismus?
Der Buddhismus ist mit über 300 Millionen Anhängern noch immer eine der größten Religionen der Welt. Seine Anhänger folgen den Lehren Buddhas, einer historischen Figur, die durch ihre eigene Kraft und Meditationspraktiken Erleuchtung erlangte.

Der Weg des Buddha
Vor 2500 Jahren lebte in Indien ein Prinz namens Siddhartha Gautama. Als Thronfolger besaß er alles, war hochgebildet und von Hofdamen umgeben – kurzum, er genoss das Leben. Doch dafür zahlte er einen hohen Preis: Er wusste nichts über die Außenwelt, er wusste nicht, wie das Leben außerhalb der Palastmauern ablief.

Die Vier Edlen Wahrheiten und der Edle Achtfache Pfad
Buddha beantwortete in der Regel konkrete Fragen oder Anliegen, wenn er jemanden persönlich unterrichtete. Es bestand jedoch auch das Bedürfnis, seine Lehren allgemeiner zusammenzufassen. Seine tiefsten Erkenntnisse über den Weg zum inneren Frieden brachte er in den Vier Edlen Wahrheiten zum Ausdruck.

Die wichtigsten Schulen des Buddhismus
Innerhalb des Buddhismus haben sich im Laufe der Jahrhunderte drei große Schulen entwickelt: Hinayana (kleines Fahrzeug), Mahayana (großes Fahrzeug) und Vajrayana (Diamantfahrzeug oder Fahrzeug). Alle drei zielen darauf ab, durch die Entwicklung des Bewusstseins unter der Führung Buddhas Erleuchtung zu erlangen.

Unterwegs
In unserem Alltag folgen wir grundsätzlich zwei Mustern. Dem einen zufolge verlaufen unsere Tage sehr ähnlich, und wir achten peinlich genau darauf, dass nichts die sich wiederholende Gleichförmigkeit unserer Gewohnheiten und ständigen Aktivitäten stört. Diese vertrauten, tausendfach erlebten Situationen erzeugen in uns eine Illusion von Sicherheit und Beständigkeit. Wir nehmen das Schlechte lieber hin, weil es keine Überraschungen mehr bereiten kann, und lassen nichts Neues in diese vertraute Langeweile einschleichen. Nicht einmal, wenn wir ahnen, dass Veränderung Gutes und Freude bringen kann. Wir haben die Angst: Was, wenn nicht? Aber warum sollten wir nicht ein Risiko eingehen?

Ändern = ändern
Wir schieben die Möglichkeit einer Veränderung oft von uns. Unsere Ausreden sind endlos. Dabei wünschen wir uns alle Freude, wissen aber nicht genau, was wir dafür tun, was wir ändern sollen. Wir spüren, dass mit uns etwas nicht stimmt, erkennen aber nicht genau, was die Ursache dafür ist. An dieser Stelle kann die Begegnung mit einer religiösen oder spirituellen Lehre eine große Hilfe sein. Die wahre Ursache des Problems liegt nicht in äußeren Dingen. Verschiedene spirituelle Wege machen uns darauf aufmerksam, dass wir die Veränderung in uns selbst vornehmen müssen.

Buddha als Zuflucht
Die Bedeutung der Zufluchtnahme – wie auch der Taufe – liegt darin, dass wir bewusst eine neue Richtung einschlagen. Wir verpflichten uns, uns von den zwanghaften Gewohnheiten, der Kleinlichkeit und dem Egoismus unseres Alltags zu lösen. Von nun an machen wir unser Glück nicht mehr von Geld, Karriere oder der Anhäufung materieller Güter abhängig. Nicht, weil diese Dinge zu verachten wären, sondern weil wir verstanden haben, dass sie einen falschen Weg darstellen, der immer Versprechen gibt, aber nie hält, was er verspricht.

Welcher von den 84.000?
Wenn wir uns dazu entschließen, eine spirituelle Lehre ernsthaft zu studieren – letztlich, um uns selbst kennenzulernen –, stehen wir vor einer verwirrenden Vielfalt an Beschreibungen unterschiedlicher Methoden und Techniken. Jeder Text und jeder Lehrer vermittelt die Lehre ein wenig anders, legt andere Schwerpunkte, empfiehlt unterschiedliche Meditationsarten und formuliert das Wesentliche auf unterschiedliche Weise. Es ist nicht leicht, sich in dieser riesigen Vielfalt zurechtzufinden.

Meditation
Obwohl der Buddhismus mit der Erkenntnis des Leidens und der Auseinandersetzung mit Problemen beginnt, ist das Ziel der Meditation, die Ursachen des Leidens zu überwinden und unsere positiven Eigenschaften zu entwickeln. Um zu praktizieren, müssen wir unserem früheren Leben nicht den Rücken kehren, alles hinter uns lassen und uns zurückziehen. Die meisten Meditationen lassen sich am besten in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und im Alltag anwenden.

Wurzel-Yoga
Das sogenannte Wurzelyoga ist ein uraltes Übungssystem des indischen und tibetischen Diamantweg-Buddhismus. Unsere Lehrer haben es für westliche buddhistische Praktizierende adaptiert und ins Ungarische übersetzt. Es enthält grundlegende, einfache Übungen, die sowohl für Anfänger als auch für langjährige Praktizierende empfohlen werden.

Retreats und Kurse
Im Sommer ziehen wir uns von der Welt an einen ruhigen, natürlichen Ort zurück. Das gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf das Klosterleben. Auch wenn es nur für eine Woche ist, lassen wir unsere Handys, unsere Termine, unsere Ehemänner, Ehefrauen und Freunde zurück und begegnen uns selbst, so wie wir in diesem Moment sind. Wir wachen im Morgengrauen auf, meditieren, lauschen Lehren, kochen und essen gemeinsam. Wir kehren geistig und seelisch reiner in den Alltag zurück und versuchen, das Gelernte in unser Leben zu integrieren.
